Pfadfinder
Pfadfinderbewegung
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- Veröffentlicht am Montag, 09. März 2009 17:21
- Geschrieben von Stephi
| Jeden Tag eine gute Tat |
In der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) machen sich mehr als 95.000 Mädchen und Jungen sowie Frauen und Männer auf einen gemeinsamen Weg. Gemeinsam wagen wir Abenteuer und lernen für uns und Andere in der Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen. Als Mitglieder der DPSG halten wir fest an den Grundsätzen des christlichen Glaubens. Wir leisten einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesellschaft zu mehr Gerechtigkeit und Frieden in der Welt und wollen so eine kritische Weltsicht bei den Kindern bewirken. Wir achten die Würde der Mitmenschen und schützen die Natur. Wir stehen Menschen aller Nationalitäten und Glaubensrichtungen offen gegenüber.
Gemeinsam nehmen wir den Schutz und die Weiterentwicklung der eigenen Person bewusst in die Hand. Der Verband unterstützt uns besonders bei der Weiterentwicklung unserer Persönlichkeit.
Pädagogische Prinzipien
»Paddle your own canoe«
meint, dass Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung zunehmend eigenständig entscheiden und handeln können. Sie können sich - bildlich gesprochen - immer besser auf dem Fluss des Lebens zurechtfinden und ihren Weg bestimmen. (Kindermitbestimmung)
»Learning by doing«
heißt, aus Erlebnissen und Erfahrungen zu lernen. Kinder und Jugendliche gewinnen Fähigkeiten und Fertigkeiten, wenn sie als Pfadfinder handeln. Sie entdecken die Welt, probieren aus und handeln. Es entsteht ein Prozess, in dem Pfadfinder die Welt mit offenen Augen sehen.
»Look at the boy / girl«
bedeutet, dass sich die Arbeit der DPSG an den Bedürfnissen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen orientiert. Ihre Entwicklung und ihre Interessen stehen im Mittelpunkt der pfadfinderischen Erziehung.
Die Altersstufen
In Gruppen mit Gleichaltrigen lassen sich die pädagogischen Prinzipien gut erreichen:
Die Wölflinge (7 bis 10 Jahre) entdecken und gestalten ihren Alltag.
Die Jungpfadfinder suchen und erleben Abenteuer. In ihrem Alter entdecken sie sich selbst, nehmen sich immer stärker als Jungen und Mädchen wahr- typisch für Teenager im Alter von 11 bis 13 Jahren.
Die Pfadfinder (13 bis 16 Jahre) wagen es, ihren eigenen Weg zu gehen.
Die Rover (16 bis 20 Jahre) sind unterwegs, erkunden die Welt und packen Probleme an.
Begleitet werden die Kinder und Jugendlichen durch Leiterinnen und Leiter.
Pfadfinderregeln
Als Pfadfinderin ...
Als Pfadfinder ...
... begegne ich allen Menschen mit Respekt und habe alle Pfadfinder und Pfadfinderinnen als Geschwister.
... gehe ich zuversichtlich und mit wachen Augen durch die Welt.
... bin ich höflich und helfe da, wo es notwendig ist.
... mache ich nichts halb und gebe auch in Schwierigkeiten nicht auf.
... entwickle ich eine eigene Meinung und stehe für diese ein.
... sage ich, was ich denke, und tue, was ich sage.
... lebe ich einfach und umweltbewusst.
... stehe ich zu meiner Herkunft und zu meinem Glauben.
Geschichte
1907 - Lord Robert Baden Powell, Gründer der Weltpfadfinderbewegung, hält das erste Zeltlager auf Brownsea Island (Großbritannien) ab. Mit 22 Jungen aller sozialen Schichten probiert er erstmals sein Konzept einer Pädagogik des Erlebens und der Verantwortung für den Einzelnen und die Gruppe.
1908 - Baden Powell veröffentlicht sein Buch "Scouting for Boys", das sofort reißenden Absatz findet. Grundlagenwerk für die Pfadfinderarbeit.
1922 - Gründung der Weltpfadfinderbewegung
1929 - Altenberg, 7. Oktober: Die Stämme schließen sich zur Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) zusammen.
1930 - Die DPSG formuliert ihr Pfadfindergesetz, das bis 1971 in dieser Form Gültigkeit hat.
1934 - Die Nationalsozialisten verbieten das Tragen von Kluft, Banner und Abzeichen. In den folgenden Jahren nimmt der Druck auf die Mitglieder des Verbandes zu, es kommt zu schweren Auseinandersetzungen mit der Hitlerjugend. Trotzdem gibt es immer wieder Zeichen der Eigenständigkeit - wie die Romfahrt 1935.
1938 - Der katholische Jungmännerverband und die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg werden aufgelöst und verboten. Dennoch nehmen immer wieder einzelne Mitglieder Bedrohung und Verfolgung auf sich, weil sie am pfadfinderischen Leben als eigenständiger Alternative gegen die Repressionen des Nationalsozialismus festhalten. Ihnen ist es zu verdanken, dass auch in dieser Zeit ein jugendkulturelles Bekenntnis gelebt wird. Als "Gemeinschaft Sankt Georg" wirken Pfadfinder im Untergrund weiter. Manche wagen sogar den Kontakt zu ausländischen Pfadfindern und legen auf diese Weise den Grundstein für spätere Verständigung.
1945 - Neugründung vieler Pfadfindergruppen auf örtlicher Ebene.
1971 - Offiziell können Mädchen und Frauen nun Mitglieder der DPSG werden. Das Pfadfindergesetz von 1930 wird ersetzt und weitergeführt durch die "Grundlinien unserer Lebensauffassung": Leben in Hoffnung, Leben in Freiheit, Leben in Wahrheit, Leben in tätiger Solidarität.
1995 - Die 57. Bundesversammlung beschließt die Einführung der Kindermitbestimmung auf Stammesebene.
2005 - Die Bundesversammlung beschließt eine neue Verbandsordnung. Darin enthalten ist zum ersten Mal eine Beschreibung des Menschenbildes der DPSG. Auf Wunsch vieler Mitglieder wird auch ein modernes Pfadfindergesetz beschlossen.
2007 - 100jähriges bestehen der Pfadfinderbewegung.
Quellen:
www.dpsg.de
DPSG: Pfadfinden Mehr als ein Abenteuer.
Informationen über die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg.

